„Die Oranienstraße“ (Dokumentation, Regie: Karin Reiss, SFB 1987, BRD)
Mit der Dokumentation „Die Oranienstraße“ (43 Minuten) zeigt der Sender Freies Berlin 1987 ein vielschichtiges Porträt einer Straße, die wie kaum eine andere für die Widersprüche, Brüche und das lebendige Miteinander in Berlin-Kreuzberg steht. Lange galt die Oranienstraße als „Problemzone“ – geprägt von Armut, Unruhe und den Folgen von Krieg und fehlgeleiteter Stadtplanung. Doch der Film richtet den Blick bewusst auf eine andere Perspektive: die der Bewohner*innen selbst.
Einst das wirtschaftliche Zentrum der Luisenstadt, erlebte die Oranienstraße tiefgreifende Veränderungen. Der Film zeigt, wie sich hier langsam eine neue Lebensqualität entwickelt – getragen von einem Nebeneinander von Gegensätzen, von Vielfalt, Toleranz und urbanem Alltag. Während sich ältere Bewohner*innen an frühere Zeiten erinnern, blicken jüngere mit Stolz auf eine Straße, die wieder lebt, weil Menschen hier wohnen, arbeiten und sich engagieren.
Zum Abschluss der Reihe „Berliner Stadtlandschaften“ macht der Film deutlich: Die Oranienstraße hat nicht nur Geschichte – sie macht sie bis heute. Ein eindrückliches Zeitdokument, das zum Nachdenken über Stadt, Zusammenleben und die Bedeutung von Nachbarschaft anregt.





